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Terravino 4 - Schattendasein

IT-Beschreibung

Wir schreiben das Jahr 1017 in Terravino. In der Grafschaft Greyshire wird das alljährliche Fest des Drachentöters gefeiert. Der Sage nach hat ein einzelner Ritter aus Greyshire es fertig gebracht, den letzten der Drachen Terravinos zu erschlagen und das Land aus den Klauen der Bestien zu befreien.

Das Fest wird in jeder Stadt und jedem Dorf in ganz Greyshire gefeiert. Doch das größte der Feste findet traditionell auf einem alten Gutshof nahe der Stadt Squire’s Hill statt, da hier der namenlose Ritter aus der Sage geboren worden sein soll.

In diesem Jahr sind die Bäume besonders schön geschmückt und die Lieder erklingen besonders laut, denn der Tod des Drachen jährt sich zum 750. Male.

Und so lädt der alte Gutsherr Ian Cormey wieder auf seinen Hof. Und alle sind geladen, die in Frieden feiern und tanzen oder einem großen Krieger nacheifern wollen. Alle, die lachen und essen wollen, oder einfach auf der Durchreise in schöner Atmosphäre einzukehren gedenken.

Teaser



IT Zusammenfassung Terravino 4:

Freitag Abend

Das Fest

Bereits vor Eröffnung der Festlichkeit waren viele Besucher von hohem und niederem Stand auf Ian Cormeys Hof gekommen. Einige hatten sogar ihr Lager am Rande des Festplatzes aufgeschlagen. Eine Stunde vor der Dämmerung kam Herr Cormey auf den Platz und begrüßte seine Gäste mit einer angemessenen Rede. Hierbei stellte er auch den Ritter Cedric vor, welcher eigens aus Silverfield angereist war.

Offiziell eröffnet wurde das Fest mit einer Bogenturney. Viele Ritter und Recken versuchten, einen Apfel von einem schmalen Pfahl herunterschießen, was sich aufgrund der einsetzenden Dämmerung als schwierig erwies. Einzig der Halbelb Edhilion vermochte es, den Apfel mittig zu treffen.

Der begnadete Schauspieler William McDouglas

Zu einer weiteren Runde kam es leider nicht, denn es war spät geworden und alle Anwesenden erwarteten gespannt die Aufführung „Der Drachentöter“, in welcher kein geringerer als der angesehene Schauspieler William MacDouglas mitwirken sollte.

Und so versammelten sich die Gäste vor der Bühne und Ian Cormey verlas mit imposanter Stimme die Sage vom Ritter, der den schwarzen Drachen bezwang. William MacDouglas stellte das gesprochene Wort mit seinem Talent gewohnt dramatisch dar, zusammen mit einem Bürger aus der Gegend, welcher den Drachen mimte.

Doch als Ian zu der Stelle ansetzte, in welcher der Drache vom Ritter erschlagen wird, geschah auf der Bühne das genaue Gegenteil. Der Schauspieler unter der Drachenmaske zückte seinen Dolch und rammte ihn in Williams Körper. Der Schauspieler ging blutend zu Boden und der Attentäter rannte davon. Er konnte von einigen der Zuschauer eingeholt und gestellt werden, jedoch tötete sich der Feigling mit einer giftigen Kapsel, die er sich in den Mund steckte.

Schockiert rannten die Besucher umher. Einige versuchten vergebens, William am Leben zu erhalten. Andere untersuchten die Leiche des Mörders. Er wies ein tätowiertes Schwert am linken Unterarm auf.

Der erste Angriff

Das fast panische Treiben wurde jäh durch ein lautes Donnern aus Richtung des alten Tempels unterbrochen, welcher neben dem Anwesen von Ian Cormey steht. Einige drehten sich verdutzt zu der Ruine um, hatte es in dem weitestgehend eingestürzten Komplex doch seit Jahrhunderten keine Aktivitäten mehr gegeben.

Doch kam niemand dazu, sich des Tempels anzunehmen. Denn bedrohliches Grollen und zynisches Gelächter brach aus dem Wald hervor. Im Schatten der einsetzenden Nacht traten drei große, finstere Gestalten auf den Platz. Ihre Köpfe waren mit Hörnern versehen, ihre Fratzen waren verzerrt von Hass und sie trugen schwarze Waffen bei sich, die groß genug waren, um damit mehrere Männer auf einmal nieder zu schlagen. Es waren Dämonenritter. Mitten in Greyshire standen Dämonen auf dem Feld und niemand wusste, woher sie kamen oder wie das überhaupt möglich sein sollte.

„Seht mal. Sterbliche sind in unsere Welt gekommen“, hatte einer der Dämonen noch gesagt, ehe er mit grimmiger Freude auf die Menschen los ging. Es entbrannte ein verbitterter Kampf. Viele der anwesenden Krieger und Söldner fassten Mut und traten den Dämonen entgegen. Sie konnten besiegt werden, auch wenn die Zahl der Verletzten hoch war.

Die Wand

Sir Cedric hatte nach dem Dämonenangriff sofort reagiert und einen Soldaten nach Squire's Hill geschickt, damit dieser Meldung machen und Verstärkung holen könnte. Doch nach wenigen Augenblicken kam der Soldat mit schmerzverzerrtem Gesicht zurück. Er war gegen eine unsichtbare Wand gelaufen. Wie sich herausstellte, waren alle in diesem Gebiet gefangen wie unter einer unsichtbaren Kuppel.

Derweil begannen einige Magier mit Hilfe ebenfalls anwesender naturkundiger Druiden und Schamanen, die Mordwaffe zu untersuchen. Es war ein Dolch mit schwarzem Schaft und mit geschwungener Klinge. Der Dolch strahlte etwas Böses aus. Doch blieben alle Versuche, mehr über ihn heraus zu finden, zwecklos. Zum Schutz vor dem Dolch aber auch vor der Wegnahme wurde der Dolch mit einer Runenbarriere versehen.

Der Tempel

Während die Krieger sich ihre Wunden versorgen ließen, kam der Drude Ithien,von vielen auch „Bär“ genannt, auf den Platz gelaufen. Der freundliche Druide, der sich vor nicht allzu langer Zeit am Waldrand bei Ians Hof niedergelassen hatte, wirkte völlig aufgelöst und beinahe verängstigt. Er teilte den umstehenden Festbesuchern mit, dass etwas Furchtbares passiert sei. Der Wald würde langsam sterben, durchwuchert von dunklen Mächten. Hilfe bekam er von den beiden, ebenfalls naturmagisch begabten, Anwesenden Wolf und Balian. Gemeinsam gelang es den dreien, ihre Seelentiere auf eine Astralreise zu schicken, wo sie die Spur des Unheils, die Vergiftung der Natur bis zu einer alten Tempelruine zurückverfolgen konnten.

Der alte Tempel stand schon seit vielen Generationen auf Ians Anwesen und war seit jeher verschlossen. Wem er einst gewidmet war, ging mit der Zeit verloren und so war er für die hier lebenden Menschen zwar ein Teil ihrer Geschichte, jedoch schenkten sie der Ruine ansonsten keine weitere Bedeutung.

Doch nun zogen die Festbesucher unter der Führung von Ithien, Wolf und Balian zu der alten Ruine um dem Unheil auf den Grund zu gehen. Die Überraschung hätte größer nicht sein könnten, war der Tempel doch auf einmal geöffnet. Es war unheimlich und es traute sich keiner so recht, hineinzutreten. Unter dem Schutz von gut bewaffneten Recken und Söldnern jedoch betrat die zusammengewürfelte Gruppe aus aller Herren Länder den Tempel, genauer gesagt eine Halle. Wände und Teile der Decke waren bereits eingestürzt, Laub und Unrat war verteilt auf dem Boden. Die Halle war erfüllt von einem unheilvollen grünlich schimmernden Nebel, der seinen Ursprung in einer Art Heiligtum zu haben schien. Umgeben von mächtigen Säulen und dicken Wänden stand ein massiver Tisch, wohl einst als Altar verwendet. Die Anwesenden drängten sich zusammen, bereit für jede Gefahr, die sie erwarten möge. Ganz leise war ein Flüstern zu vernehmen, doch auch bei näherem Lauschen konnten weder Ursprung noch verständliche Worte lokalisiert werden.

Während die Nicht-Magiebegabten den Tempel auf eigene Faust durchkämmten und menschliche Skelettstücke und alte Rüstungsteile mit unbekannten Symbolen zwischen den Trümmern fanden, spürte Ithien die dunkle Präsenz nun ganz deutlich und gemeinsam mit weiteren Magiebegabten konnte er feststellen, dass hier irgendetwas verborgen wurde. Nach Anrufen der Geister plante er, ein größeres Ritual durchzuführen, welches Verborgenes wieder sichtbar machen sollte. Hierzu benötigte er allerdings die Unterstützung der vier Elemente und zwar in Form von reiner Luft, reinem Feuer, reiner Erde und reinem Wasser.

Die Rüstungsteile wurden derweil von dem historisch bewanderten Gutsherren Ian auf 500 bis 1000 Jahre geschätzt und sämtliche Anwesenden, vom Magier bishin zum Waldläufer machten sich auf die Suche nach den vier benötigten Reagenzien, wenngleich niemand so recht wusste, nach was genau er suchen sollte.

Flämmchen

Im ganzen Lager standen die Anwesenden in kleineren Gruppen an ihren Lagerfeuern und beratschlagten über das weitere Vorgehen.

Plötzlich tauchte zwischen den Festbesuchern eine Person auf, die scheinbar nicht dazu gehörte. Es war ein Wesen in schwarz-roter Kleidung, die Haut war feuerrot und auch die Haare waren von greller roter Farbe. Das Wesen schlich scheinbar belustigt durch die Anwesenden und trieb seinen Schabernack. Hier stieß es einen Krug vom Tisch, dort stupste es völlig ungeniert Leute an und vor mancheinen stellte es sich so dicht, dass sich die Gesichter schier berührten. Als es von einer Gruppe angesprochen wurde, erschreckte es gar fürchterlich und äußerte sich sehr überrascht über die Tatsache, dass man es sehen konnte.

Im Laufe des Abends und des nächsten Tages erfuhren die Festbesucher, dass „Flämmchen“, wie sie es liebevoll tauften, ein Teufelchen sei, das schon immer hier lebte - genauer im alten Tempel - jedoch bis dato von niemandem gesehen werden konnte.

Zunächst schockiert über diesen Zustand fand Flämmchen jedoch recht schnell Gefallen an seinen neuen Spielgefährten. Meist trieb es weiterhin seine Späße mit allen Anwesenden, vor allem der Gutsbesitzer Ian Cormey litt arg unter dem frechen Treiben des Teufelchens. Manchmal jedoch, wenn es gut aufgelegt war, half es auch dem ein oder anderen bei einem kniffligen Problem.

Zombies

Die Nacht hatte sich bereits über das Lager gelegt doch an Schlaf war noch lange nicht zu denken. Die Anwesenden beratschlagten, riefen Götter an oder suchten in alten Schriften nach einer möglichen Lösung ihrer misslichen Lage. Doch plötzlich wurden sie alle jäh unterbrochen denn Knurren und schlurfende Schritte waren aus dem Unterholz zu vernehmen. Aus dem Wald traten Untote hervor. Immer mehr kamen in das Lager und nicht nur ein Anwesender musste einen Biss behandeln lassen. Alle schlossen sich zusammen und bekämpften die Zombies, deren Nachschub jedoch nicht abzuschwächen schien.

Einige tapfere Kämpfer drangen in den Wald vor, den Untoten entgegen und stießen alsbald auf den Ursprung der Kreaturen, einen alten Waldfriedhof, aus dessen Gräbern sich stetig weitere Untote erhoben. Unter dem Schutze von Schwertern und Pfeilen ihrer Verbündeten wurde der Friedhof durch Kleriker und Magier gesegnet und die Untoten kamen zur Ruhe.

Hierbei wurden von achtzehn Anwesenden sechzehn verschiedene Götter um ihre Gunst gebeten, auf diesem Friedhof die Toten ruhen zu lassen. Einfaches Volk, Druiden, Kämpfer, Priester, Ritter und Waldläufer beteten allesamt an das, was ihnen Kraft gab und es zeigte Wirkung. Endlich konnte man schlafen und zumindest ein wenig Kraft schöpfen.

Samstag Morgen

Der Morgen danach

Nach einer recht kurzen Nacht und unruhigem Schlaf erwachten die ersten im Lager. Und sogleich sollte der nächste Schock sie ereilen. Vor den Zelten nämlich hatte jemand des Nachts Symbole gelegt, fremdartige Masken und gebundene Stöcke und Äste. Niemand konnte sich jedoch so recht einen Reim darauf machen und so machte jeder vorsichtshalber einen weiten Bogen darum.

Derweil machte sich eine kleine Gruppe von Waldläufern und Jägern auf in den Wald, um die Gegend zu erkunden. Schon bald stießen sie in allen vier Himmelsrichtungen gegen die unsichtbare Wand. es schien, als habe sich eine große Kuppel über sie gelegt, den Tempel im Mittelpunkt, die niemand zu durchbrechen vermochte.

Auf ihrem Streifzug durch den Wald entdeckten die Waldläufer einen Schrein, der offensichtlich dem Element Feuer gewidmet war. Sie riefen Magier hinzu, die es als ewige Flamme identifizieren konnten. Die Magier nahmen etwas von dem heiligen Feuer an sich, in der Hoffnung, dass dies für das Ritual des Druiden dienlich sein würde.

Die Wildelben

Gerade kehrten die Waldläufer ins Lager zurück als ein großer Stamm Wildelben aus dem Wald erschien und sich bedrohlich vor den Anwesenden aufbaute. Sie sprachen in einer fremden, unverständlichen Sprache, ihre Körperhaltung jedoch verriet deutlich, dass sie nich unbedingt freundlich gesinnt waren. Zu allem Glück befand sich unter den Festbesuchern jedoch ein Halbelb namens Edhilion, der Kontakt mit dem Anführer der Wildelben aufnahm. Dieser erklärte, dass seit dem Beginn des Festes allerlei fremdartige Kreaturen aufgetaucht seien und der Wald mit seinen Pflanzen krank wurde. Die Wildelben vermuteten als Ursache die Festbesucher und hatten daher des Nachts als Warnung ihre Symbole im Lager verteilt. Edhilion beteuerte, dass er und seine Kameraden keinesfalls Ursache des Problems seien und sie im Gegenteil den Elben sogar helfen wollten, den Wald zu heilen.

In einem gemeinsamen Ritual schafften sie es tatsächlich, den am stärksten befallenen Baum, dessen Krankheit langsam ausstrahlte, zu heilen. Als Dank erhielten sie von dem Stammesführer die Feder eines heiligen Vogels. Zudem nahm der Druide etwas von der gereinigten Erde unterhalb des Baumes an sich.

Mit dem bereits erhaltenen Feuer hatten die Magier nun auch noch reine Erde sowie einen Ritualgegenstand der Luft in Form der heiligen Feder.

Samstag Mittag

Die Vase oder Teufelchen hilft auch mal

Mittlerweile hatte sich herumgesprochen, dass Ian äußerst ungehalten darauf reagierte wenn sich jemand an dem Tisch in seiner Schreibstube vergriff. Niemand durfte ein Buch verrücken, einen Zettel anfassen oder gar die vertrockneten Blumen in der Vase entsorgen. Der Platz gehörte einst Ians Frau, die sich aus unbekanntem Grund das Leben nahm, mehr wart nicht bekannt.

Doch sollte es anders kommen und ausgerechnet Flämmchen sollte hierzu den Anstoß geben. Es zerstörte nämlich - ob nun absichtlich oder unabsichtlich - die Vase, in der ein Brief von Ians Frau versteckt war und auf dem sie weitere Hinweise gab, die es zu verfolgen galt. Vier Elorianische Söldner gingen dem ganzen nach, in der Hoffnung, Licht ins Dunkel zu bringen und um Ian endlich wieder einmal glücklich zu sehen. Nach einer Reihe weiterer Hinweise schafften sie es tatsächlich und konnten Ian einen Abschiedsbrief seiner verstorbenen Frau mit der Erklärung ihres Freitodes bringen. Ian zeigte sich überglücklich und voller Dankbarkeit gegenüber seinen neuen Freunden aus Elorien.

Der Paladin am Weiher

Drei Ritualgegenstände waren bereits gefunden. Jetzt fehlte nur noch reines Wasser. Doch hier konnte Ian helfen, der von einem Weiher berichtete, an dem sich eine kleine Kapelle befand. Vielleicht war dies die letzte Reagenzie, die noch für das Ritual fehlte. Sogleich machte sich eine kleine Gruppe auf, um das Wasser zu untersuchen. Vielleicht würde es für das Ritual geeignet sein.

Die kleine Abenteurergruppe erreichte nach einem längeren Marsch den Weiher, der an einer alten, kleinen Kapelle des Torm lag. Während einer von ihnen das Wasser aus dem Weiher schöpfte, fiel einem anderen eine einsame Gestalt auf, die am Waldrand auf und ab ging. Von weitem sah man das blanke Metall einer prunkvollen Rüstung blitzen.

Die vier Abenteurer beratschlagten, was sie tun sollten. Der Krieger könnte gefährlich sein. So wie fast alles, auf das sie bisher gestoßen waren. Doch ehe sie eine Entscheidung finden konnte, hob der Streiter die Hand zum Gruße. Die Abenteurer erwiderten den Gruß.

Der Streiter stellte sich als Paladin des Sonnengottes Pelor heraus. Nun, zumindest als das, was von ihm übrig war. Ein Geist. Eine ruhelose Seele.

Der Paladin erklärte den Abenteurern, dass er vor den Augen seines Gottes Pelor in Ungnade gefallen sei als er zu Lebzeiten den Mut verlor und vor dem Kampf flüchtete, anstatt sich dem Bösen zu stellen. Er rannte durch den nahen Wald hindurch davon und warf unterwegs immer mehr Teile seine Rüstung ab. Doch auf seiner Flucht durch den Wald holte der Kampf ihn ein und der Paladin wurde niedergestreckt, kurz vor dem heiligen Weiher. Seitdem irrt seine Seele rastlos zwischen Wald und Weiher umher.

Mit Tränen im Gesicht flehte der Geist die Abenteurer nun an, seine verbliebene Rüstung im Wald zu finden und zu ihm zu bringen, sodass er wieder vollständig sein und seinen Gott um Vergebung anflehen könne. Die Abenteurer willigten ein und fanden nach einer Weile mehrere verrostete Teile eines einst prunkvollen Harnischs. Der Paladin konnte sein Gebet sprechen und scheinbar zumindest ein wenig der Gunst von Pelor zurückerlangen, wenn auch nicht in solchem Maße, dass er Frieden finden könnte.

„Ein letzte Bitte habe ich noch.“, setzte der Paladin nach seinem Gebet fort. „Findet mein Schwert und streckt eine Kreatur des Bösen nieder um meinen Namen reinzuwaschen. Das Schwert hatte ich in den Weiher geworfen auf meiner Flucht. Ich kann jedoch verstehen, wenn ihr dies ablehnt.“

Doch die Abenteurer lehnten nicht ab sondern zogen das Schwert aus dem Weiher. Einer von ihnen, der Krieger Osrik aus dem Regiment von Moosbach, nahm es an sich und wurde zusammen mit seinen Gefährten vom Paladin gesegnet. Das Schwert würde ihm bei einer bevorstehenden Bedrohung zur Seite stehen. Gesegnet und neuen Mutes zogen die Abenteuer mit dem Schwert und dem Wasser aus dem Weiher zurück ins Lager.

alte Bekannte - die Schwarzitäten

Als am Mittag die Sonne heiß auf das Lager brannte und einige die verbliebenen Schatten nutzten, um sich zu beraten oder um die Verwundeten zu pflegen, tauchten wie aus dem Nichts dunkle, schemenhafte Gestalten auf. Geisterhaft und wie in schwarze Roben gehüllt zogen sie umher. Einige blieben oft einfach stehen und starrten scheinbar ins leere. Andere folgten den Bewohnern des Lagers, doch taten sie niemandem etwas. Und da, wo man eigentlich ein Gesicht vermuten würde, hatten die Geister nur eine spiegelnde Fläche, in welcher man sich selbst erkannte.

Es waren Gesichtslose. Ruhelose Seelen, die eigentlich auf der Geisterebene umherstreifen. Vermutlich waren sie durch das Chaos in den Ebenen für die Sterblichen sichtbar geworden.

Dem einen oder anderen mag das Erscheinen der Geister besonders sauer aufgestoßen sein. Waren es doch die Gesichtslosen, die ein Jahr zuvor bei einer Ausgrabung erschienen und auf Menschen losgegangen waren. Dort wurde ihnen auch der beinahe liebevolle Name Schwarzitäten zu eigen.

Doch so wie sie auftauchten, so verschwanden die jetzigen Gesichtslosen wieder. Niemandem wurde geschadet. Vielleicht hatten sie diesem Mal keinen Grund?

Das Ritual der vier Elemente

Die vier Gegenstände der Elemente konnten mittlerweile alle gefunden und im Tempel zusammengebracht werden. Nun konnte Ithien gemeinsam mit den Druiden Gentiana, Wolf, Ferion und der Saaraa-Geweihten Hella das Ritual abhalten. Unter dem Schutz mehrerer Söldner und Krieger gelang es den Fünf, in einem anstrengenden und komplexen Ritual, das Wasser, die Luft, das Feuer und die Erde zu verbinden und die Elemente zu beschwören auf dass sie das Verborgene wieder sichtbar machen sollten.

Die Farbe des Nebels wechselte von grün auf Gelb und aus dem ständig hallenden Gewisper waren deutliche Worte zu verstehen: „Was tot, wird wieder leben“.

Geschwächt und ausgelaugt traten Bär und die anderen aus dem Altarraum zu den anderen als alle Anwesenden eine Vision ereilte.

In dieser sahen sie schemenhaft drei Gestalten auf dem Boden, dort, wo sie am Tage zuvor die Knochen und Rüstungsteile gefunden hatten. Es waren drei Soldaten, zwei Männer und eine Frau, alle sichtlich schwer verletzt. Die Frau schleppte sich in eine Ecke und blieb dort reglos liegen während einer der Männer bereits leblos am Boden lag. Der Dritte jedoch schrieb unter sichtbarer Kraftanstrengung etwas in ein Buch. Er benutzte sein Blut als Tinte. Mit letzter Kraft versteckte er das Buch in einer Nische hinter einem losen Stein bevor auch er zusammensank und starb.

Als die Vision endete, untersuchten die noch völlig benebelten Anwesenden das Gemäuer und fanden schließlich das Tagebuch des Soldaten aus der Vision. Aus diesem ging hervor, dass es, entgegen der jahrelang herrschenden Annahme, keineswegs ein ruhmreicher Ritter war, der den Drachen erschlug sondern eben diese einfachen Soldaten, die den Drachen in dem Tempel zur Strecke gebracht hatten und dann selbst den Tod fanden.

Ratlos verließen alle den Tempel. War das ganze Fest des Drachentöters eine einzige Lüge?

Der Lich

Es war hellichter Tag, in den heißen Mittagsstunden, als aus Richtung des Waldes eine bewaffnete Gruppe auf das Feld vor dem Lager schritt. Es waren Draugr. Untote Krieger, wiederbelebt, um zu kämpfen und zu töten. Nur ein mächtiger Nekromant ist in der Lage, solche Krieger zu erwecken und seinem Willen zu unterwerfen. Doch die zerfallene Gestalt in schwarzer Robe, die sich mitten unter ihnen befand, war mehr als nur ein Nekromant. Ein Lich war erschienen. Der Sonne trotzdend und eine unheimliche Kälte ausstrahlend stellte der Untote Erzmagier sich vor das Lager und forderte unverblümt die sofortige Abreise aller Sterblicher, die es -zumindest seiner Ansicht nach- gewagt haben, in sein Reich der Toten einzudringen. Alle Versuche der Abenteurer, die Lage aufzuklären, ignorierte er mit kaltem Gelächter.

Dann schickte er die Draugr gegen die Abenteurer ins Feld und mit ihnen auch einige der Ihren. Scheinbar hatte der Lich es geschafft, vor seinem Erscheinen den Willen einiger unachtsamer Abenteurer zu unterwerfen. Darunter waren Die Saarka Geweihte Hella, die Druiden Ithien und Gentiana sowie Gentianas Neffe Arno. Alle vier griffen mit den Draugr die restlichen Abenteurer an. Ein Kampf auf Leben und Tod entbrannte, wobei die Abenteurer es schafften, ihre verzauberten Mitstreiter bewusstlos zu schlagen, um sie nicht töten zu müssen.

Obwohl der Lich über unfassbar wirkungsvolle Flüche und Zauber verfügte, schien der Kampf zu Gunsten der Abenteurer auszugehen, denn schnell waren die Draugr niedergesreckt. Doch mit einem Fluch, den der Lich beinahe zu brüllen schien, schmetterte er seinen knochenbewährten Stab auf den Boden und die Draugr erhoben sich zum Schrecken aller Anwesenden von neuem. Und das immer und immer wieder. Der Lich selbst schien unverwundbar. Die Wunden, die ihm zugefügt wurden, verheilten im selben Augenblick wieder. Lachend nahm er die Schnitte und Brüche seiner Angreifer in Kauf, ehe sie von seinen immer neu erweckten Draugr abgefangen wurden.

Unter starken Verwundungen konnten die Lagerbewohner die Draugr weiter abwehren. Der Lich verließ derweil das Areal mit ruhigem Schritt. „Ich will euch noch etwas Bedenkzeit geben“, rief er im Weggehen. „Verlasst das Lager, oder sterbt.“

Die Draugr drehten darauf hin ab und folgten ihrem schwarzen Meister. Für einen kurzen Moment hatten die Lagerbewohner die Möglichkeit, ihre schwer verletzten Verbündeten zu umsorgen.

Währenddessen lief Flämmchen aufgeregt umher. „Es ist der Bleiche! Der Bleiche ist zurück! Der war zu Lebzeiten schon unbeliebt!“

Einigen der Anwesenden kam bei diesen Worten eines der Gräber auf dem alten Friedhof in den Sinn. Auf dem abgelegensten Grab, das auch am wenigsten gepflegt war, stand der Name „Trevor Pale“. Ob das vielleicht „der Bleiche“ war?

Einige der Magiekundigen wussten jedenfalls, dass ein Lich solange unsterblich ist, bis sein Seelengefäß zerstört wurde. Das Gefäß erschafft ein Nekromant, um dort die Essenz seiner sterblichen Hülle einzuschließen, ehe er sich in den Zustand des „Untotseins“ versetzt und dadurch unsterblich und enorm mächtig wird.

Eine kleine Gruppe verließ eilig das Lager und machte sich auf den Weg zum Friedhof. Sie mussten sich beeilen und so rannten sie durch das Unterholz. Dort angekommen gingen sie sogleich zum vermeintlichen Grab des Lichs. Aller Angst und Vorsicht zum Trotz wurde das Grab geöffnet. In diesem befand sich tatsächlich ein kleines Kästchen, das ebenfalls geöffnet werden konnte. Darin enthalten waren ein Brief und eine Phiole mit Blut. Es musste schnell gehandelt werden. Ritter Linhardt sprach einen Segensspruch, in der Hoffnung, dass die Seele des Gefallenen Ruhe finden und sein Körper somit verletzbar werden würde.

Und die Segnung zeigte offenbar Wirkung. Das Gefäß verlor seine Macht.

Im Lager tobte derweil wieder der Kampf. Die Frist des Lichs war verstrichen. Er war gekommen, um alle Sterblichen auf dieser Ebene auszulöschen. Seine Draugr schlugen wild um sich. Und die gefallenen Draugr erwachten zu neuem Unleben, wann immer der Lich seinen dunklen Stab in den Boden rammte.

Doch was war das? Als die Ritter aus Heligonia gemeinsam angriffen, brauchten die Wunden des Lichs plötzlich deutlich länger zum Verheilen. Er war noch immer sehr mächtig, doch etwas musste passiert sein. Die Gruppe auf dem Friedhof schien Erfolg gehabt haben.

Und dann trat Osrik hervor, der das heilige Schwert des Pelor-Streiters führte. Der Lich schien die Waffe des verhassten Lichtgottes zu spüren, denn er deutete Osrik heraus und gebot ihm, sich zu stellen. Mit einer Schockwelle aus seinem Stab ließ der Lich alle um ihn herum zu Boden gehen, ehe er sich auf Osrik stürzte, seinen Stab in der Linken und ein schwarzes Schwert in der Rechten. In einem harten Zweikampf gelang es Osrik, Pelors Schwert in die offen liegenden Rippen des Lichs zu rammen. Völlig überwältigt von der Tatsache, dass er verwundet wurde, ging der Lich in die Knie. Pelors Licht brach aus seinem Brustkorb hervor. Unter Flüchen gegen seinen Bezwinger und gegen Pelor selbst löste er sich in Staub und Asche auf. Übrig blieben nur das Schwert, der Nekromantenstab und einige faulige Überreste. Der Nekromant Trevor Pale, der zu Lebzeiten ausgestoßen war und Rache in der schwarzen Unsterblichkeit gefunden hatte, war bezwungen.

Die Entführung

Der Kampf gegen den Lich und seine Gehilfen steckte jedem noch tief in den Knochen. Hier und da wurden noch Verletzte versorgt. Doch wurde den Kämpfern nur eine kurze Verschnaufpause gegönnt. Aus dem Wald tauchte eine kleine Gruppe zwilichtiger Gestalten auf, die äußerst angriffslustig und zielstrebig auf das Lager zuliefen. Kurz vor Erreichen der überraschten Kämpfer und Krieger öffneten die Fremden jeweils ein kleines Glasfläschchen und tranken daraus.

Und plötzlich schien die Zeit still zu stehen, allerdings nicht für die Eindringlinge. Alle Anwesenden waren scheinbar gefangen im eigenen Körper, bewegungslos zum Zusehen verdammt während die Fremden nur unmerklich langsamer durch das Lager zogen und auf Ithien zustrebten, der den Lichstab in den Händen hielt. Sie packten ihn und schleppten ihn aus dem Lager fort in den Wald. Vorher jedoch steckte einer der Entführer dem Halbelben Edhilion einen Zettel zu.

Als die Fremden mit Ithien außer Sichtweite waren, nahm die Zeit wieder ihre normalen Bahnen an und alle konnten sich wieder wie gewohnt bewegen. Sie nahmen den Zettel in Augenschein. Auf diesem stand geschrieben „Sucht nicht nach dem Druiden sonst stirbt er“.

Die Rettung

Der Warnung zu trotz waren sich alle recht schnell einig, dass man den Druiden befreien musste. Vielleicht konnte man ja auch mit den Entführern verhandeln und sich friedlich einigen?

Wie auch immer - niemand wusste, wo sich die Entführer mit Ithien aufhielten und so versuchte man auf verschiedenste Arten, die Spur aufzunehmen. Mittels Ritualen konnten einige Naturmagiebegabte die Fährte des Druiden und seiner Entführer wittern und in drei Suchtrupps folgte man mehreren Spuren. Sie führten die Suchenden kreuz und quer durch den Wald und liefen tief im Wald wieder zusammen. Nicht weit entfernt vor sich konnten sie Gestalten im Unterholz erkennen, das mussten sie sein. Zügig folgten sie den Personen und in der Tat handelte es sich um die Entführer, in ihrer Mitte zerrten sie den armen Druiden mit sich, an den Händen gefesselt.

Aus Angst um Ithien wollten die Retter die Fremden nicht sofort angreifen. Mittlerweile waren jedoch aber alle in Sichtweite, sodass man jetzt handeln musste. Die Entführer liefen nun beschleunigt einen Schotterweg den Hang hinunter als die Krieger eines der Rettungstrupps diese ansprachen. Laut riefen sie den Entführern hinterher, dass sie den Druiden sofort frei lassen sollten. Die Entführer entgegneten lautstark, dass sie das nicht zu tun gedenkten und die Verfolger sie in Ruhe lassen sollten, ansonsten würden sie es bereuen. Gewaltlos würden sie Ithien nicht befreien können, so viel stand fest. Links und rechts des Weges schafften es zwei Kleingruppen, sich an den Entführern vorbeizuschleichen und sie in die Zange zu nehmen.

Es kam zum Angriff. Die Entführer kämpften wie die Berserker, doch schafften es die Retter, sie zurückzudrängen und Ithien zu befreien. Viele der Entführer fielen durch die Klingen der tapferen Kämpfer. Jene, die lediglich kampfunfähig verletzt wurden und für eine Befragung gefangen genommen werden sollten, zerbissen eine Kapsel, die sie anscheinend im Mund bereit hielten und fielen sofort tot zu Boden.

Die Untersuchung der Leichname ließ keine Rückschlüsse auf die Identitäten der Entführer zu. Eine Gemeinsamkeit hatten sie jedoch alle - auf jedem Unterarm war eine Klinge tätowiert, einige länger als die der anderen. Zudem hatten alle Toten blauen Schaum vorm Mund.

Müde und ratlos, aber froh über die geglückte Rettung zogen die Kämpfer wieder zurück ins Lager.

Samstag Abend

Der Ritualkreis

Wieder zurück im Lager entbrannten die wildesten Spekulationen darüber, was wohl der Grund der Entführung sei.

Doch alle Mutmaßungen halfen nicht weiter und so suchten einige Magiebegabte erneut den Tempel auf, vielleicht hatten sie ja irgendetwas übersehen.

Sie betraten den Tempel und staunten nicht schlecht. Der Raum um den Altar war erfüllt mit einem blau leuchtenden Nebel und auch der Altar selbst hatte sich verändert. War vorher nur ein blanker Tisch aus dunklem Marmor dort gestanden, zierte die Tischplatte nun ein gewaltiger Ritualkreis, in seiner Mitte hatte jemand eine Kerze entzündet und außerhalb des Kreises, der eindeutig den der vier Elemente darstellte, lagen auch vier Steine. Auch das Stimmengemurmel war nun so laut, dass man kaum sein eigenes Wort verstand. Es war eine äußerst unheilvolle Atmosphäre, die den gesamten Raum durchflutete und niemand traute sich so recht an den Altar, denn es war auszuschließen, dass ihn einer der Anwesenden so hergerichtet hatte.

Das richtige Theaterstück

Die Geschichte aus dem Tagebuch um den wahren Tod des letzten Drachen hatte sich im Lager herumgesprochen und nun wurden die Stimmen derer lauter, die das falsch aufgeführte Theaterstück als böses Ritual vermuteten. Vielleicht müsse man das Stück nur einmal richtig aufführen um dem Spuk ein Ende zu bereiten? Gesagt getan. Es fanden sich glücklicherweise recht schnell drei Freiwillige, die das Stück des Drachentöters erneut aufführten. Unter den gespannten Augen der Zuschauer endete die Darbietung mit dem Tod des Drachen und hoffnungsvoll wurde eine Veränderung im Tempel erwartet. Doch trat diese nicht ein. Ebenso die unsichtbare Wand war noch dort, wo sie die ganze Zeit den Weg zur Außenwelt versperrte. Enttäuscht zog sich der Großteil in ihre Lager zurück, einige wenige blieben jedoch im Tempel um diesen weiter zu untersuchen.

Böses wird durch Böses sichtbar

Einige Naturmagier untersuchten den Altar in seinem Ganzen und konnten etwas sehr Finsteres und abgrundtief Böses spüren. Die Quelle dessen schien nicht der Altar selbst sondern die Steine auf diesem zu sein. Bei näherer Untersuchung der Steine, wobei diese niemand anzufassen wagte, konnten alle eine Eiseskälte spüren, die von den Steinen ausging.

Nach weiterem Anrufen von Göttern und Seelentieren verfestigten sich bei allen Suchenden die Worte „Böses kann Böses sichtbar machen“ und „Die Zeit läuft ab“. Die Vermutung lag nahe, dass der Lichstab hier weiter helfen konnte, doch wagte zunächst niemand der Anwesenden, ihn zu benutzen, viel zu dunkel und böse sei seine Aura.

Die Zeit läuft ab

Der Stab war mittlerweile in einem magischen Bannkreis eingeschlossen worden. Einerseits um natürlich alle Anwesenden vor dem Stab und etwaigen Gefahren zu schützen aber eben auch um eine Benutzung des Stabes zu verhindern.

„Böses wird durch Böses sichtbar“

Die Lösung lag eigentlich so nahe, doch äußerten einige Anwesende zu Recht ihre Bedenken, dass die Benutzung des Bösen nie etwas Gutes hervorrufen könne. Andere Meinungen wiederum besagten, dass man das Böse erst einmal sichtbar machen müsse um es schließlich bekämpfen zu können, auch wenn dies bedeutete, dass man zunächst das Böse hinzu ziehen müsse. Wie auch immer, die Zeichen waren deutlich, dass man egal wie, schnell handeln musste. Jeder der anwesenden Naturmagier fürchtete den Stab und die Folgen seiner Verwendung. Letztlich war es Wolf, der den mutigen Entschluss fasste, das Risiko einzugehen. Er wolle den Stab benutzen um alle anderen zu retten, auch wenn es ihn das Leben kosten sollte.

Und so eilten Wolf, Bär und einige wenige andere nun zu Ians Haus, in dem der Stab gesichert wurde während eine Gruppe Soldaten und Krieger im Tempel Wache hielten. Jedoch gelangten sie nicht einmal in die Nähe des dunklen Lichstabes denn ihnen wurde der Weg versperrt. Die Mehrheit der Abenteurer hielt es für äußerst unklug und höchst gefährlich, einen solch bösen Gegenstand einzusetzen, sei es auch um Gutes zu bewirken und hinderte die Druiden am Durchkommen. Es entbrannte ein hitziger Streit, in dem Bär und die anderen die Bewacher des Stabes von ihren Erkenntnissen aus dem Tempel zu überzeugen versuchten. Doch alle Beteuerungen halfen nichts. Der Weg blieb ihnen verwehrt.

„Die Zeit läuft ab“

Es wurde sehr hektisch und eine schon fast feindselige Atmosphäre erfüllte das Lager und alle Anwesenden. Überall entbrannten Streitgespräche zwischen den jeweiligen Lagern wie man denn jetzt weiter verfahren solle. Und während all dessen verstrich die Zeit unaufhaltsam weiter und weiter bis zu jenem Ereignis, das alle Bewohner Terravinos gleichermaßen betreffen sollte.

Das Finale

Von all den Streitereien und Diskussionen bekamen die Krieger innerhalb des Tempels nichts mit. Sie standen nur weiterhin in dem Tempel und bewachten den Durchgang zum Heiligtum, in dem sich der Altar befand. Stumm standen sie dort, denn das Stimmengemurmel war nun so laut, dass man hätte schreien müssen um einander zu verstehen und die Anspannung war so groß, dass sich das so recht keiner der Kämpfer traute. Mit gezückten Schwertern und Schilden standen sie da, körperlich scheinbar ruhig, doch ihre Herzen pochten so schnell und stark, dass man meinen könnte, sie müssten die fremdartigen Stimmen übertönen. Der gesamte Raum war erfüllt von einem strahlend blauen Licht und es schien stetig heller und der Nebel immer dichter zu werden. Die Stimmen wurden immer deutlicher und aus den Stimmen heraus war nun eine ganz besonders deutlich zu hören.

Und dann plötzlich, wie aus dem Nichts hatten die Stimmen plötzlich Körper bekommen. In dem Heiligtum, um den Altar herum standen in tiefschwarz gehüllte Gestalten. Die Gesichter unter ihren tiefen Kapuzen verborgen standen sie Richtung Altar gewandt, hinter dem eine weitere schwarze Gestalt stand, in der Hand einen großen runden Gegenstand haltend. Es sah aus wie ein riesiges schwarzes Ei.

Den ersten Schock überwunden, schritten die Krieger wagemutig zum Heiligtum vor, doch kamen sie nicht durch. Auch hier schien eine unsichtbare Wand die Krieger aufzuhalten und die Gestalten dahinter vor Außenstehenden zu schützen und so konnten die tapferen Krieger nur zusehen, was geschah. Sie wurden eindeutig Zeugen eines Rituals oder so wie es schien, dessen Ende. Jeder der schwarz Gekleideten schien den, nun deutlich als Ei erkennbaren Gegenstand anzurufen und zu beschwören. Immer wieder wiederholten sie den Namen „Tiamat“. Der Hüter des Eis murmelte ebenfalls beschwörende Worte und schien sich nun ganz und gar auf das Ei zu konzentrieren. Man konnte Wortfetzen vernehmen wie „Lass Leben gedeihen“ und „was tot, soll wieder leben“. Und mit dem letzten Satz, der laut über allen anderen zu vernehmen war, rief der vermeintliche Anführer der Schattengestalten: „TIAMAT, HAUCHE DIESEM EI LEBEN EIN“!

„ES IST VOLLBRACHT“ schrie er nun, das Ei mit beiden Händen fest umklammert in die Höhe reißend und seine Anhänger jubelten scheinbar vor Freude. „DIE ZEIT IST NUN DA“ konnte man noch hören bevor einige der schwarz Gekleideten ihre Kutten abwarfen und blitzschnell die restlichen, noch in dunkle Mäntel gehüllte und jubelnden Gestalten ihre Dolche durch die Kehlen zogen bevor diese auch nur mitbekamen wie ihnen geschah.

Draußen vor dem Tempel konnte man das laute Toben innerhalb der alten Mauern deutlich vernehmen. Die Streitgespräche brachen ab und eilig schritten einige der Abenteurer in den Tempel. Doch auch sie konnten nur noch tatenlos bei dem bizarren Schauspiel zusehen.

Schallendes Gelächter war zu vernehmen und mit den letzten Worten des Anführers „DIE ROTE HAND WIRD SIEGEN“ verschwanden die Fremden ebenso schnell wie sie erschienen waren spurlos im Nichts.

Einzig das Ei blieb zurück auf dem Altar im Heiligtum, welches die Krieger nun wieder betreten konnten. Es war von tiefschwarzer Farbe, die jegliches Licht zu schlucken schien und war überzogen von großen harten und kantigen Schuppen. Das schockierendste an dem ganzen war jedoch die Tatsache, dass es nicht mehr heil sondern zerbrochen war. Jedem der Anwesenden war klar, dass egal was in dem Ei gewesen war, nun geschlüpft sein musste.

Die Kuppel ist weg

Nach dem Verschwinden der dunklen Gestalten schien es, als hätte im Tempel nie etwas Sonderbares stattgefunden. Der rätselhafte Nebel verflüchtigte sich und das Gebäude war nichts weiter als das, was es schon immer war - eine verlassene Ruine.

Ratlos und schockiert standen alle da und verarbeiteten das soeben Erlebte.

Da durchdrangen plötzlich fremde Stimmen die Nacht. Aus dem Wald kamen den Weg entlang Menschen gelaufen, die vorher noch niemand gesehen hatte. Sie grüßten die Anwesenden und fragten, wo man hier etwas zu trinken bekommen könne. Sie seien lange unterwegs gewesen und nun durstig. Und den Fremden folgten weitere. Auf Nachfrage der verdutzen Abenteurer antworteten sie, dass sie anlässlich des Festes angereist seien, sich aber verspätet hätten. Von einer Kuppel oder unsichtbaren Wand wüssten sie nichts. Und tatsächlich, eine Überprüfung bestätigte die Vermutung - die Kuppel war verschwunden.

Eine Gruppe gab an, dass sie bereits am letzten Abend angereist seien, das Anwesen jedoch völlig verlassen vorgefunden hatten und nun freudig überrascht waren, dass doch jemand da sei.

Epilog

Bei der Untersuchung des Eis war schnell klar, dass es sich hierbei um das Ei eines Schattendrachen handelte.

Einige Ritter und Krieger schlossen sich sogleich zusammen, um den Drachen auf ihre Weise zu verfolgen und begaben sich auf Drachenjagd.

Einigen Naturmagiern gelang es mittels Astralreise, die Spur des geschlüpften Drachenwelpen aufzunehmen. Sie spürten eine große, dunkle Bedrohung. Der Drache war die bösartigste Kreatur, die es jemals in Terravino gegeben hatte und ein Schatten legte sich über das Land. Dann verlor sich die Spur.

Andere wiederum waren einfach nur froh und erleichtert, die letzten beiden Tage heil überstanden zu haben und flüchteten sich in die Ablenkung durch Gespräche am Lagerfeuer oder in der Taverne.

Doch egal wie jeder einzelne das Geschehene nun verarbeitete, letztlich war jedem gewiss, dass Terravino mit all seinen Bewohnern nun unheilvolle und dunkle Zeiten bevorstehen würden…

terravino4.txt · Zuletzt geändert: 2017/12/14 10:49 von mary