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meuchelmord

Meuchelmord

oder

“ich schenk dir einen Bolzen”

Terravino im Jahre 1011. Der Penumbrakrieg währte ein knappes halbes Jahr als die Greyshire’schen Streitkräfte unter der Führung von Count Reymond zu Greyshire schon weit ins Landesinnere Penumbras vorgedrungen waren und einen Großteil der Penumbranischen Gebiete erobert hatten.

Das Heer befand sich unweit der Hauptstadt Penumbras und hatte jüngst ein weiteres großes und logistisch wertvolles Dorf eingenommen, das heute den Namen Hawxley trägt. Der Count ließ ein Lager aufschlagen, um an dieser Position auf nachrückende Einheiten zu warten und seine Kräfte zu sammeln. Strategisch gesehen lag das Lager an einem sicheren Ort. Im Norden die bereits eroberten Gebiete und nachrückende Kräfte Greyshires, im Osten ein großer Gebirgszug zu Lyrien, im Süden zwar weiteres penumbranisches Gebiet - jedoch musste man dort zunächst einen Fluss überqueren - und im Westen lediglich einige kleine Siedlungen und die Hauptstadt selbst.

Vereinzelt wurden bisweilen penumbranische Spähtrupps gesichtet, doch waren diese entweder weit genug entfernt, oder konnten gar gefangen genommen oder getötet werden. Die Lage war scheinbar unter Kontrolle und die Streitkräfte des Counts wogen sich in Sicherheit, hatten sie doch auch bisher große Erfolge zu verzeichnen. Da sie nun wohl einige Tage auf nachrückende Streitkräfte warten mussten, erfreuten sich die Soldaten über die unerwartete Kampfpause.

Der Count beriet sich des Abends mit seinen obersten Rittern ob des weiteren Vorgehens als das Bataillon einer seiner engen Vertrauten Sir Benjamin Bayfield zu ihnen stieß. Count Reymond hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, allabendlich einen Kontrollgang durch sein Lager zu machen wenn es seine Zeit und Pflichten erlaubten. Erfreut, ihn zu sehen, machte Reymond seinen Rundgang an diesem Abend mit seinem Freund. Seine Leibwache folgte in sicherem Abstand auf Sicht- jedoch außer Hörweite.

Die beiden hatten sich nun mehrere Wochen nicht gesehen und Bayfield berichtete seinem Count von den jüngsten Ereignissen und Neuigkeiten. Die beiden hatten ihre Runde durch das Lager fast beendet und befanden sich am Rande des Lagers, als plötzlich Alarm geschlagen wurde, anscheinend hatte man Penumbranische Soldaten in der Nähe gesichtet. Count Reymond und Bayfield brachen ihren Rundgang unverzüglich ab und wandten sich wieder Richtung Lager. Doch erreichen sollte es nur einer der beiden.

Man hatte den Schützen nicht mehr ausfindig machen können. Einzig und allein der Bolzen einer penumbranischen Armbrust, der den Count von hinten in den Rücken traf, zeugte von dem feigen und hinterhältigen Attentat. Bayfield ließ sofort nach dem Mörder suchen, jedoch vergeblich. Von dem Attentäter fehlte jede Spur. Reymond von Greyshire verstarb noch in derselben Nacht, nicht im Kampf und nicht ehrenhaft. Er hinterließ seine Frau, die junge Countess Abigail, seinen Fünf Jahre alten Sohn Jonathan und ein wütendes Volk.

Da der Thronerbe bis dato noch zu jung für die Amtsgeschäfte war, wurde die Grafschaft Greyshire fortan von der jungen Witwe des Counts, Abigail von Greyshire geführt.

Noch heute zürnt das Volk von Greyshire den Penumbranern für dieses Zeugnis an abgrundtiefer Niederträchtigkeit und Feigheit. Die Penumbraner hingegen leugnen bis heute vehement, mit dem Mord in irgendeiner Verbindung zu stehen. Im Gegenteil schüren sie die Gerüchte, dass die Tat durch Feinde aus den eigenen Reihen Greyshires geplant und durchgeführt und den Penumbranern angehängt wurde.

meuchelmord.txt · Zuletzt geändert: 2018/12/27 08:09 von mary